Der Weg führt immer fort und fort …
Landkarten für literarische Welten zu gestalten – ob Fantasy oder historische Romane – fasziniert mich seit den 70er-Jahren. Wenn Literatur etwas mit einem Spiel gemein hat, dann ist die Karte das Spielfeld. Auf ihr kann man in seiner eigenen Fantasie auf Reisen gehen. Ob es sich dabei wirklich um Kunst oder eher um Kunstgewerbe handelt, wollen wir einmal dahingestellt lassen. Anfangs wurden die Karten mit der Hand gezeichnet, mittlerweile bietet der Computer die besseren Möglichkeiten. Damit kann man zum Beispiel Elemente verlustfrei neu positionieren, um eine möglichst große Übersichtlichkeit zu schaffen. Auf dieser Seite und den entsprechenden Unterseiten möchte ich einige der Projekte vorstellen, mit denen ich mich in den letzten Jahrzehnten befasst habe.
Die Welten des Edgar Rice Burroughs
Der Autor von TARZAN war einer der großen Weltenschöpfer des frühen 20. Jahrhunderts. Hier sind vier seiner imaginären Länder dargestellt:
Für eine größere Darstellung bitte die einzelnen Karten anklicken.
Tarzans Afrika: Tarzan der Affenmensch ist die bekannteste von Burroughs’ Figuren. Das Afrika, in dem die zwei Dutzend Tarzan-Romane spielen, ist durchsetzt mit vergessenen Zivilisationen und ein eigenes kontrafaktisches Universum, eingebettet in die reale Welt zur Zeit des europäischen Kolonialismus.
Das Königreich Lutha: Eingeschlossen zwischen realen Ländern, steht das Königreich Lutha in der Tradition von Romanen wie Antony Hopes Der Gefangene von Zenda. Im Ersten Weltkrieg verliert sich seine Spur. Aus einem Crossover von Handlungsfiguren ergibt sich die Folgerung, dass es mit Tarzans Afrika koexistiert.
Das Land Pal-ul-Don: in den Sümpfen des damals unerschlossenen zentralen Kongos angesiedelt, haben dort Dinosaurier bis in unsere Zeit überlebt - was man damals gar nicht für so unwahrscheinlich hielt. Burroughs wurde vermutlich von einem entsprechenden Zeitungsartikel inspiriert.
Die Hohlwelt Pellucidar: Über eine Welt im Innern der hohlen Erde, zu der es im hohen Norden einen Zugang gibt, mit einer Sonne im Zentrum wurde damals spekuliert. Ein zeitgenössischer Arktis-Forscher behauptete sogar, dort gewesen zu sein. In ihrem Inneren steht bei Burroughs die Zeit gewissermaßen still. Die Karte ist im Übrigen konvex.
MYTHOR
MYTHOR (1980–1985) war nicht die erste deutsche Fantasy-Romanheft-Serie, aber mit insgesamt 192 Ausgaben die langlebigste. Neben Illustrationen gehörten zu den Roman auch Karten, die nach dem Konzept der Exposé-Autoren William Voltz und Ernst Vlcek entstanden. Da ich schon für DRAGON, die Vorgänger-Serie, Karten gezeichnet hatte, fiel mir diese Aufgabe zu. Alle Karten sind von Hand gezeichnet, mit allen Tricks wie Fotokopien und Letraset-Rasterfolien, die damals zur Verfügung standen, aber letztlich Handarbeit.
Dass ich es bei MYTHOR auf genau 100 Karten (und 1 Posterkarte) brachte, war eher Zufall: Durch den Beginn meiner Tätigkeit als angestellter Redakteur im Bastei-Verlag 1984 konnte ich nicht mehr auf Dauer für die Konkurrenz bei Pabel Moewig arbeiten, und dies war ein guter Zeitpunkt aufzuhören. Damals war dies meines Wissens das umfangreichste Kartenwerk, dass je für ein Fantasy-Projekt geschaffen wurde, und noch immer ist die Vielfalt und der Detailreichtum der Landkarten, Stadtansichten und Schemazeichnungen bemerkenswert. Die Originale befinden sich heute in der Sammlung von Kai Meyer.
Damit das Material handhabbar bleibt, habe ich es hier in mehrere Sektionen unterteilt. Die ursprünglich in Schwarz-Weiß gestalteten Karten wurden für diesen Zweck mit einem farbigen Hintergrund versehen.
Damit das Material handhabbar bleibt, habe ich es hier in mehrere Sektionen unterteilt. Die ursprünglich in Schwarz-Weiß gestalteten Karten wurden für diesen Zweck mit einem farbigen Hintergrund versehen.